Halbtages-Workshop

Titel:
Software-Produktqualität – Prozessqualität ist nicht alles

Datum und Uhrzeit:
4. Juni 2007 von 14:00 bis 18:00 Uhr

Beschreibung:
Während im Bereich der Prozessqualität mit Vorgehensmodellen (V-XT) und Reifegrad-modellen (CMM, SPiCE, etc.) große Fortschritte in Bezug auf die Planbarkeit und Verlässlichkeit von Software-Projekten erzielt wurden, gibt es bislang keine akzeptierten Vorgaben bzgl. der Qualität der Produkte, die in diesen Prozessen erstellt werden. Studien zeigen jedoch eindeutig, dass hochwertige Prozesse keineswegs hochwertige Produkte garantieren. Trotz definierter und gelebter Prozesse sind viele Anforderungsdokumente inhaltlich unbrauchbar, besitzen Architektur-Entwürfe nicht die notwendige Flexibilität und die resultierenden Software-Systeme weisen hohe Fehlerraten und ebenso inakzeptabel hohe Betriebs- und Wartungskosten auf.

Wirksames Software-Qualitätsmanagement erfordert neben der Sicherung der Prozessqualität eine ebenso intensive Sicherung der Produktqualität. Hierfür werden, analog zu Reifegradmodellen für Prozesse, Produkt-Qualitätsmodelle benötigt, die in abstrahierter Form wichtige Merkmale beschreiben und eine objektive Bewertung dieser Merkmale erlauben. Da die nachträgliche Beseitigung von Produktqualitätsmängeln überproportional teuer ist, ist eine kontinuierliche, zeitnahe Prüfung und ggf. Korrektur unerlässlich. Zur Bewältigung dieser Aufgabe sind Prüfwerkzeuge notwendig. Nach Inbetriebnahme eines System gilt es, die Qualität zu erhalten und damit Nutzen und Wert der Software langfristig zu bewahren.

Im Rahmen dieses Workshops werden die Unterschiede und Zusammenhänge zwischen Produkt- und Prozessqualität erläutert und die Vor- und Nachteile verschiedener klassische und innovativer Produkt-Qualitätsmodelle vorgestellt und mit den Teilnehmern interaktiv diskutiert. Es schließt sich die Vorstellung wirksamer Kriterien für Software-Qualität und die Präsentation verschiedener Werkzeuge zur Unterstützung der Qualitätsmodellierung und für die kontinuierliche Qualitätsprüfung an.


Referenten:

Jonathan Streit hat an der Technischen Universität München Informatik studiert und ist seit 2006 Software-Architekt bei der itestra GmbH, die als Spin-Off Unternehmen der Technischen Universität München seit 2003 innovative Methoden und Verfahren des Software Engineering zur Steigerung der Produktivität und Qualität in kommerziellen Software-Projekten umsetzt. Herr Streit analysiert, bewertet und optimiert seit 2006 in verschiedenen Unternehmen umfangreiche Anwendungslandschaften.

Florian Deißenböck ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Software und System Engineering, Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy, der Technischen Universität München. Seit seinem Diplom in Informatik im Jahr 2004 beschäftigt sich Herr Deißenböck mit der Modellierung und Optimierung der technischen Qualität von Software-Produkten insbesondere im Hinblick auf deren Wartbarkeit. In Projekten mit Industriepartnern hat Herr Deißenböck erfolgreich Qualitätsmodelle in der Praxis etabliert und innovative Prüfwerkzeuge entwickelt.

Ingo Schnabel hat an der Technischen Universität München Informatik studiert und ist seit 2005 Software-Architekt bei der itestra GmbH. Herr Schnabel verantwortet bei der itestra GmbH die Definition des Software Entwicklungsprozesses und den Themenbereich Service-Management.

Elmar Jürgens hat an der Technischen Universität München Informatik studiert und ist seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Software und System Engineering, Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy der Technischen Universität München.

Herr Jürgens beschäftigt sich in Forschung und Industrieprojekten mit Analysewerkzeugen und Methoden zur (teil-)automatisierten Ermittlung von Qualitätseigenschaften von Software und ihrer Integration in den Entwicklungsprozess.


Zeitplan:

14:00

Begrüßung, gegenseitige Kurzvorstellung und Einführung ins Thema

14:30

Teamarbeit: Was ist gute Software?

15:00

Prozess- versus Produktqualität – Einführung und Fallstudie

15:30

Qualitätsmodelle für Produktqualität – klassisch und innovativ

16:00

Kaffeepause

16:20

Wirksame Kriterien für Software-Produktqualität

16:55

Präsentation/Demo: Prüfwerkzeuge

17:35

Abschluss und Diskussion

18:00

Ende des Workshops


Vortragsweise:

 

Vorkenntnisse der Teilnehmer:

 

Equipment, das die Teilnehmer mitbringen müssen:
Keines

 

Lernziele des Workshops:

 

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